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Eisenmangel  
 
Der Eisenmangel wurde von Thomas Sydenham (1624-1689) als Chlorose (="Bleichsucht") beschrieben.
 
Ursachen 
Die häufigsten Ursachen für einen Eisenmangel sind: 
  • Gesteigerter Bedarf: Schwangerschaft, Lactation, starke Menstruationsblutungen, Wachstumsalter
  • ungenügende Zufuhr mit der Nahrung bei ausschliesslich vegetarischer Lebensweise und Nahrungsmangel
  • Verminderte intestinale Resorption bei Malabsorption (chronisch atrophische Gastritis, Gluten-Enteropathie, Magen- und Darmresektionen)
  • Blutverlust: Gastrointestinal (Ösophagusvarizen, Hiatushernie, Magen-Darm-Ulcera, Neoplasien, Divertikulose, Hämorrhoiden, M. Crohn, Colitis ulcerosa, Parasiten, Teleangiektasien), Urogenital (Hämoglobinurie, Nephrolithiasis, Neoplasien), iatrogen (Medikamente, Blutentnahmen, Blutspenden). 

Klinisch bei weitem die wichtigste Ursache für einen Eisenmangel ist der Blutverlust, der in 90% dieser Fälle chronisch ist. Davon entfallen 70% auf Blutungen im Magen-Darmbereich. 

 
Symptome des Eisenmangels 
  • Anämie: Schwäche, Müdigkeit, Energielosigkeit, Palpitationen, Schwindel, Atemnot
  • Rhagaden
  • gewellte, brüchige Nägel
  • Kälteempfindlichkeit
  • atrophische Glossitis
  • Gastritis
  • Pica: nagen an harten Substanzen
    • Geophagie: Erde
    • Amylophagie: Maismehl
    • Pagophagie: Eis
 
Diagnostik des Eisenmangels 

Der Mangel an Eisen lässt sich in drei Stufen unterteilen:

1 Speichereisen-Mangel 

  • Ferritin erniedrigt
  • Klinisch unauffällig

2 Eisen-Mangel 

  • Ferritin erniedrigt
  • Transferrin-Sättigung < 16%
    Eisen erniedrigt, Transferrin erhöht

3 Anämie 

  • Ferritin erniedrigt
  • Transferrinsättigung < 16%
  • Hämoglobin < 120 g/L

 


22.11.2000 / hpk